Atembewegung · Hardy Krüger

Kohlendioxid — der unterschätzte Schlüssel deiner Atmung

Wenn Menschen an „mehr Sauerstoff“ denken, ist der erste Reflex fast immer, tiefer einzuatmen — als würde jeder tiefere Atemzug mehr Sauerstoff in den Körper bringen.

So nachvollziehbar der Gedanke ist — er greift zu kurz.

Dein Blut ist normalerweise vollständig mit Sauerstoff gesättigt — wie bei einem vollen Glas — es bringt nichts, mehr zu atmen.

Es kommt darauf an, wie viel Sauerstoff aus deinem Blut in deine Zellen gelangt.

Was hat das mit Kohlendioxid zu tun?

Kohlendioxid gilt als Abfallprodukt der Atmung — dabei ist es das Signal, Sauerstoff aus dem Blut an die Zellen abzugeben.*

Entscheidend ist die Menge an Kohlendioxid in deinem Blut.

Atmest du unbewusst, dauerhaft durch den Mund — häufig verursacht durch Alltagstress — verliert dein Körper zu viel Kohlendioxid.

Dauerhafte Mundatmung fördert darüber hinaus, dass Menschen zu flach, zu schnell und überwiegend in den Brustkorb atmen.

Das hat zur Folge, dass der CO₂-Spiegel niedrig bleibt — es kommt nicht genug Sauerstoff in den Zellen an.

Mehr Sauerstoff in die Zellen bringen — CO₂-Toleranz erhöhen

Dein Atemzentrum im Gehirn misst nicht Sauerstoff, es misst den CO₂-Gehalt im Blut. Die CO₂-Toleranz ist die Fähigkeit deines Körpers, eine bestimmte Menge an CO₂ zu tolerieren, bevor ein Atemreiz ausgelöst wird.

Eine hohe Toleranz gegenüber CO₂ verbessert die Sauerstoffversorgung in den Zellen und ermöglicht einen ruhigen, stressfreien Atem.

Wie erhöhst du deine CO₂-Toleranz?

Die einfachste Lösung, die CO₂-Toleranz zu erhöhen — die Nasenatmung

Die Nasenatmung hat drei wesentliche Vorteile, sie:

  1. erhöht den Atemwiderstand um ca. 50% — was zu weniger CO₂-Abgabe führt
  2. führt dazu, dass Stickstoffmonoxid in den Nasennebenhöhlen gebildet wird — was die Gefäße weitet und die Durchblutung fördert
  3. führt zu 10–20% mehr Sauerstoffabgabe an die Zellen

* Bohr-Effekt, beschrieben von Christian Bohr, 1904.

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Entwurf · Stand 14. Juni 2026