Stressatmung — Roter Faden
Grundregel: erst der Körper, dann der Atem als Folge.
Was der Körper bei akuter Gefahr tut
Nimmt unser Nervensystem eine akute Bedrohung wahr, aktiviert es den Alarmmodus (Stressreaktion). Alles stellt sich auf schnelles Handeln um: Es wird Adrenalin ausgeschüttet — das Herz schlägt schneller, der Blutdruck fährt hoch, die Muskeln spannen sich an, die Pupillen weiten sich. Energie wird mobilisiert und mehr Blut in die arbeitende Muskulatur transportiert.
Der Fokus verengt sich auf die Gefahr. Der logisch denkende Teil des Gehirns tritt in den Hintergrund — schnelle Reaktion ist in diesem Moment wichtiger als in Ruhe nachzudenken.
Während Adrenalin als kurzfristiger Turbo-Booster für Kampf oder Flucht wirkt, stellt Cortisol langfristig die notwendige Energie bereit.
Die Veränderung des Atems als Teil der Stressreaktion
In diesem Zustand wechselt der Körper in die schnelle, kurze und flache Brustatmung durch den Mund.
Warum ist das in dem Moment wichtig?
Der Körper verbraucht bei der Energiegewinnung in den Zellen mehr Sauerstoff, und es wird dabei auch mehr CO₂ produziert.
Die erhöhte Atemfrequenz hält den Sauerstoffgehalt im Blut konstant, und gleichzeitig wird mehr CO₂ abgeatmet.
Wie beeinflusst der flache Atem die Atemmechanik?
Bei der Vorbereitung auf Kampf und Flucht spannen sich u.a. Kiefer, Nacken, Bauchmuskulatur und Beckenboden an — der Körper braucht kurzzeitig mehr Stabilität.
Die Atembewegung wandert dabei hoch in den Brustraum, die tiefe Absenkung des Zwerchfells wird blockiert.
Was passiert, wenn Stress zum Dauerzustand wird?
Wenn Stress zum Dauerzustand wird, schaltet der Körper von einem kurzfristigen Überlebensmodus in eine dauerhafte Alarmbereitschaft um.
Die ständige Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin führt auf Dauer zu einer Überlastung des Organismus, was schwerwiegende körperliche und psychische Folgen haben kann.
Körperliche Folgen können sein:
- Herz-Kreislauf: Dauerhaft erhöhter Blutdruck und Puls belastet das Herz und steigert langfristig das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen.
- Geschwächtes Immunsystem: Der Körper ist anfälliger für Infektionen, und Wunden heilen langsamer.
- Stoffwechsel und Verdauung: Dauerstress kann zu Magen-Darm-Beschwerden, Übergewicht und der Entstehung von Typ-2-Diabetes führen.
Psychische Folgen können sein:
- psychische Erschöpfung / Burnout
- Angststörungen
- Depressionen
- Panikattacken
- Antriebslosigkeit
- Konzentrationsmangel
Ein hoher Cortisolspiegel kann auf Dauer die Gedächtnisleistung mindern und das Nervengewebe im Gehirn belasten.